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Streicheln erlaubt!
Effektvolle Oberflächenveredelung durch elektrostatische Beflockung
Plastische Effekte machen doppelt Eindruck: Sie werten nicht nur die Optik einer Fläche auf, sie führen auch zu einem außergewöhnlichen haptischen Erlebnis. Bei der Oberflächenveredelung von hochwertigen Verpackungen, Buchhüllen, Tapeten oder Speisekarten hat sich die elektrostatische Beflockung als überaus vielseitige – und vergleichsweise günstige – Technik bewährt. Doch wie kommt der Flock aufs Papier?
Zunächst wird im Siebdruckverfahren eine deckende Farbe (z.B. Weiß) auf die Papierbahn aufgetragen – der so genannte Vordruck. Solange die Farbe noch nass ist, kann der Untergrund beflockt werden. Man unterscheidet den Flock nach Faserart, Faserlänge und Faserdicke (in dtex gemessen), wobei die Flockenlänge maximal vier Millimeter betragen darf. Je nach Anforderung an die mechanische Stabilität kann er aus natürlichen oder synthetischen, aber auch aus Metallfasern bestehen. Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit ergibt sich durch die Wahl einer individuellen Farbe für die Beflockung.
Um die Flocken aufzurichten, werden sie mit einer Präparation versehen, die ihre elektrische Leitfähigkeit und die Ausrichtung im elektrischen Feld bestimmt. In diesem Feld bewegen sich die Flockfasern nun von der Elektrode zur Gegenelektrode und stellen sich entlang der Feldlinien auf.
Durch das Absaugen der nicht nassen Stellen ergibt sich nun das Druckbild. Wird die Farbe nur partiell aufgetragen, spricht man von Dessinbeflockung, bei vollflächigem Auftrag von Ganzflächenbeflockung. Bei der anschließenden UV-Trocknung verbindet sich die Flockfaser dauerhaft mit der Farbe. Abhängig von der gewählten Faserlänge und der Faserdicke erhält man eine markante Oberflächenstruktur, die von samtweich bis hart abrasiv variieren kann.
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